Freitag, 31. August 2012

Tilman Steinert, Psychiater und Leiter der Forschungsabteilung am Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg, zu Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie: Eine Zwangsmaßnahme ist alles, " womit der Patient im weiteren Sinn nicht einverstanden ist." Dazu zählt, wenn es dem Patienten verboten ist, die Station zu verlassen, oder wenn das Personal durch Zureden psychologischen Druck aufbaut, damit er seine Medikamente nimmt. (Gelesen bei Lino am 4. Jan 2012, 15:23 im Thread "Fixierung in der Psychiatrie" unter "Persönliche Berichte" auf der Webseite "Abschaffung Zwangspsychiatrie".)

Donnerstag, 30. August 2012

Mittwoch, 29. August 2012

Sabine Guckenbiehl von sanego hat geantwortet. Ich müsste nach Dreieich ziehen, sagt sie, weil ich fragte, ob ich auch von Dresden aus die Arbeit als Online-Redakteur machen kann, da meine Familie hier lebt. Sie scheint bei der Caritas Schuldnerberatung zu machen. Die bräuchte ich dann wahrscheinlich auch. Was ist ein reales Ziel?
Das habe ich grad zwischen den Entwürfen gefunden:

Ich dünne grad mein Myspace-Profil aus, damit Nina sich unter "meinen" Dresdner Bands ein bisschen zurecht findet. Susanne Rohrer verwirrt: Wir haben die Hände in die Ellenbogen gestützt.
Meine Wunschliste für die nächsten Jahre, die ich hoffentlich nie vollständig abzuarbeiten brauche:

- Sorbit-, Lactose-, Fructose-Intoleranz ausschließen, ggf. Ernährungsberatung, die über http://www.reizdarmselbsthilfe.de/start/ernahrung.pdf hinausgeht
- Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel und dadurch erhöhte Darmpermeabilität (erhöhtes α1-Antitrypsin) ausschließen, ggf. schleimhautregenerierende und antiallergische Maßnahmen,
- Darmflora-Diagnostik, Pilznachweis im Stuhl, ggf. mikrobiologische Immunmodulation
Malabsorptionssyndrom ausschließen (Verdauungsrückstände untersuchen), ggf. in A, D, E, K, B12, Folsäure, sowie Kalzium, Eisen, Eiweiß und Spurenelemente substituieren
- Gallensäuren-Diagnostik, ggf. Ionenaustauscherharze (das habe ich nicht so richtig kapiert)
- Bauchspeicheldrüsenschwäche ausschließen, ggf. Gabe von Bauchspeicheldrüsenenzymen (PMN-Elastase)

Tim in Asien und die Lufthansa streikt. Hoffentlich fliegt Air Berlin trotzdem.
Gestern meldete sich Helga mit einer neuen Festnetznummer auf meinem Anrufbeantworter, war aber beim Rückruf nicht erreichbar. Karla hatte sie auch angerufen. Hab das Netzwerk seelische Gesundheit gebeten Gedächtnisprotokolle, Träume und Visionen anderer Psychiatrie-Erfahrener zu lesen und eigene Erfahrungen festzuhalten und auf einen Link von mir auf der BPE-Seite hingewiesen.
Kostenfreie Teilnahme für Journalisten unter Vorlage des Journalistenausweises ... Sweet Dreams. Mir ist einsam. Dort zu sein ist bestimmt mindestens so anstrengend wie die Arbeit im DHMD. Mir reicht der Stress in der Knochenmarkspende, um Widerstand, Fremd und damit Selbst zu spüren.

Dienstag, 28. August 2012

Puh, der eine Michi ist in Schwabing, der andere in Bogenhausen. Je näher man dran ist umso weniger Sorgen macht man sich scheinbar. Sogar die U-Bahn fährt weiter drunter durch, sagt der Bogenhausener Michi. Hab beide Michis gebeten nicht ans Fenster zu gehen, bis die Bombe kontrolliert gesprengt wurde. Das hatte Matuschke grad durchgesagt.

Vorbei. Fast vorbei. Die Häuser, Straßen und die U-Bahn sind noch gesperrt. In Bogenhausen war nix zu hören.

Schwabing brennt, hat die Polizei Micha Sailer gesagt. Tom Glas bestätigt das auch. Das Schicksal der beiden Sprengmeister sei ungewiss. Ich lese seit langem wieder mal Abendzeitung.

Ob der Name häufig ist? Stroh zum Puffern der Druckwelle zu nehmen und damit Schwabing in Brand zu setzen, grübel. Die Druckwelle muss trotzdem enorm gewesen sein, wenn breijvik-mäßig viele Fenster zu Bruch gingen.

Ich bin froh, dass der Bombenfund nicht in Striesen war.

In Oranienburg scheinen Bombenentschärfungen Alltag zu sein. Dort war ich allerdings auch nur einmal kurz zur Durchfahrt. Das Einzige, woran ich mich dort erinnere, war die Frau, die uns sagte: "Wenn Sie nach Orrranienburg wollen, müssen Sie nächste Strrraße rrrechts rrrein."

Das rollende R ist für mich seitdem gleichbedeutend mit Oranienburg und natürlich mit dem herausgeklappten Gebiss der Preusche beim "already, ready, ready"-Sagen im Englisch-Unterricht an der Kreuz. Das war auch ganz großes Kino.

Wie breitet sich eine Druckwelle aus? In den nächsten Jahren fahre ich in Schwabing lieber Rad als U-Bahn.
Der Übergang von Web- zu Kabelradio ist gewaltig. Das ganze Bühnenerleben beim Zuhören ist weg.

Montag, 27. August 2012

Um beim Kochen und beim Essen Kabelradio zu hören, brauche ich noch ein fünf Meter langes Kabel, das ich bei TECHNIKhouse bestellt habe. SWR Fernsehen ist spannend, auch wenn ich Grokes Stimme noch nicht wiederentdeckt habe.
Hab bei Xing einen Blaster-Link gesetzt, der vielleicht meine mehrjährige Rückzugsphase erklärt.

So, auch wenn dir die Links unverständlich sind, ist diese "Linkliste" für mich ein Notizzettel kurz vor dem Aufstehen.

BTW: Dieses Nabel- resp. Mittelpunkterleben habe ich schon wieder, sobald ich als scheinbar Einzige die Facebookseite des Bundesverbandes Psychiatrieerfahrener flute. Feedback ist schon etwas Existentielles, sonst fühle ich mich wie ein Amokläufer in der Wüste: die Sprache wird dann immer drastischer. Feedback von erwarteten Ansprechpartnern, nicht so bühnenmäßig, geblendet vom Spotlight, blind in der Menge. Lichtschachterleben hatte ich im DHMD genug. Zielscheibenmäßig war das, wie ein Kristallisationspunkt. OK, die Dreieinigkeit von Arztsein, journalistischem Goldgräbertum und persönlicher Betroffenheit als Psychiatrieerfahrener machten mich schon zum Mittelpunkt der Galaxis, auch wenn das vorort kaum erkennbar war.

2001 konnte ich nicht zuletzt dadurch kaum Zeitung lesen, ohne überall Bezüge zu meinem eigenen Handeln zu entdecken. Da entspannt zu bleiben und logisch zu reagieren, war schwer. Im Sowieso bekam ich den Rat, wenigstens das Fernsehen zu meiden. Aber das war für mich fast unmöglich. Gerade Hendrik Heys Blick in die Kamera schien mir einen sinnvollen Weg zu signalisieren: Hin zu Welt der Wunder und Redakteur in München werden. Aber so unkreativ wie 2006 dort hatte ich mich vorher nie und später selten erlebt. Das Einschalten des Mac in der dortigen Redaktion kam einem Ausschalten meines Hirns gleich. Es war wie Ersticken, die gesamte Ideenflut verebbte.
Die Radiostimmen verlieren ihre Unmittelbarkeit, sobald ich drei Geräte im Raum habe, mit denen ich sie hören könnte. Sie werden beliebig wie das jeweilige Gerät, als ob sie durch das Wiedergabegerät ihre Gestalt verändern. Übertragung als Formgebung.

Hab lediglich ein Drittel des Interviews bislang abgetippt. Ich habe schon dadurch, dass ich wusste, dass ich problemlos zurückspulen kann, seltener zurückspulen müssen, um mich an das Abzutippende zu erinnern.

Im Spiegel sehe ich aufgedunsen und gleichzeitig geschlaucht aus. Eigenartig, dass ich mich so erlebe. Hab jetzt das Bad-Radio, das lief, als ich mich im Spiegel sah, neben das Notebook gelegt, um zu sehen, was sich verändert.

Pläneschmieden zum Morgenkaffee. Die Powermännerserie und die Kongressstadtartikelpassagen mag ich erst als PDF an die Beschriebenen verschicken, sobald Anja ihr OK gegeben hat. Sonst wird es chaotisch.
Der Receiver ist da. Hab ihn angeschlossen und höre jetzt per Fernseher Bayern 3. Der Abstand tut gut. Statt der wenigen Zentimeter bis zum Notebook ist das Geräusch jetzt fast zwei Meter entfernt. Dadurch nehme ich mich selbst viel deutlicher wahr. Außerdem kann ich jetzt gleichzeitig Interview abtippen und Radio hören. Das ist bei dem heutigen Interview fast eine Erlösung.

Ich war heute weder im Solarium noch zum Sport. Schade.

Sonntag, 26. August 2012

Sebastian war da und hat mir die anderthalb Interview-Stunden so portioniert, dass ich leichter zurückspulen kann.

Während er da war, lief den ganzen Abend Bayern 3, damit ich nicht verpasste, ob Claus Kruesken "Soon Enough" spielt. Ich hatte es mir per Mail Minuten vor Sendebeginn gewünscht. Hat er nicht. Schade. Von 16 bis 20 Uhr hatte ich darauf gewartet, ob ganz Bayern Franz hört, statt Anjas Kurtzke-Interview abzutippen.

Beim Ergoogeln fremder Interview-Vokabeln bin ich auf den Norwegerpullover gestoßen, den es inzwischen wieder bis zur XL, also bis zur Größe 40, gibt. Hab gleich bei Ipressionen angerufen wo allerdings grad der PC streikte, so dass ich nicht erfahren konnte, wie die XL ausfällt. Bei 9,80 Euro Porto warte ich da lieber noch, bis der PC wieder funktioniert. Insgesamt 188,80 Euro sind zwar weit über meiner Schmerzgrenze, aber ich würde schon gern sehen, wie er mir steht. Ihn selbst zu stricken wäre ähnlich teuer.

Irgendwo im Hinterhof schreit ein Baby, heute schon etwas verhaltener als gestern, aber über Stunden. Ich höre es aber nur, wenn ich das Fenster öffne. Weder im Flur noch vom Hof aus kann ich das Schreien zuordnen, so dass ich keine Möglichkeit sehe mich einzumischen. Die Mutter scheint äußerst resolut zu sein. Mich würde nicht wundern, wenn das Schreien in eine Ritalin-Karriere mündet. Es ist hart. Radio zu Hören isoliert. Jetzt hat es aufgehört zu schreien. Vielleicht hat die Mutter sich jetzt endlich entschlossen, ihm bei der Wärme etwas zu trinken zu geben. Fremd, es ist extrem fremd. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Nina und Tim geschrien haben. Nur an mein eigenes Schreien und Bettzipfelkauen bis zur Zahnfehlstellung im Gitterbett. Erfolgsmütter sind schon kompliziert. Jetzt schreit es wieder nachdrücklicher. Wann ruft man das Jugendamt? Eine Woche warte ich zu. Wie schreit ein Kind neben einer toten Mutter? Puh, mir ist gruslig.

Hab meine Eltern angerufen, ihnen von dem schreienden Kind erzählt und davon, dass Sebastian Flad es auch gehört hat. Den Hörer zum Fenster rausgehalten und gefragt, ob sie es auch hören. Dabei fühlte ich mich extrem blockwartmäßig. Es war peinlich. Sie hörten nichts. Aber schon als ich sie "Hört ihr das nicht?" fragte, reagierte in der selben Richtung eine beruhigend klingende Männerstimme. Ob es dieselbe Stimme war, die heute vormittag lautstark telefonierte, weiß ich nicht. Es ist alles so anonym. Sebastian Hagedorn, der grad Kuchen bäckt, hat nichts davon gehört. Stimmenhören ... Ich bin wütend. Vater sagt, ich soll das Schreien aufzeichnen. Aber mein Diktiergerät ist dafür nicht empfindlich genug.

Samstag, 25. August 2012

Kürbis, Möhren, roten Linsen, Tomaten, klarer Brühe, Kokosmilch, Ingwer, Knoblauch, Zwiebel, Cumin, Cayennepfeffer, Koriander, Zimt, Butter, Ricotta, Limette, Pfeffer und Salz - es wird Herbst. Immerhin trage ich heute die GHOST 5, Jump hat 27 Grad Maximum angesagt. Jetzt Nina und Tim sprechen zu können wäre toll.

Nina hat angerufen. Sie sitzt im Zug. Am 4. August feiern wir gemeinsam Tims Geburtstag. Das sei Chris´ Idee. Wo genau im Salzhaff sie kiten werden, weiß Basti.

Bayern 3

Freitag, 24. August 2012

Dresden hat Drescher gekündigt. Er bietet inzwischen Ganzkörpermassage im Suitess Hotel an.

Bin eigentlich froh, dass ich nicht mehr im OP bin, obwohl es schade um die vielen Anästhesiebücher ist, in denen ich schon lange nicht mehr geblättert habe. Aber es sind die, die ich am intensivsten gelesen habe, jahrelang Nacht für Nacht. Vielleicht sollte ich sie da hinstellen, wo bis jetzt meine Kochbücher stehen, sehen, wie es mir damit geht und überlegen, was mir tatsächlich gut tut - Kochen oder Arztsein. Vielleicht lässt sich beides verbinden.

Baden-Baden ist auch weit weg.

Jump im Webradio. Das Erste was mir auffällt? Mehr als eine Zeitansage in fünf Minuten.

Tim zu sehen tut gut! Yuhuu! Das Norwegermuster ist bei geschätzten 40 Grad verwirrend.

Garcia sagt grad in einem Jingle auf Jump "Hautnah" und kippt bei "Nah". Die Jumpredaktion ist komisch. Der hat die Passage garantiert mehrfach gesagt, perfektionistisch wie er ist. Egal. Die Geschmäcker sind verschieden. Hab grad erfahren, dass Poisel Stuttgarter ist, ausgerechnet während der bei Matuschke auf Sendung war, habe ich über "meinen" Stuttgarter auf der Etage geschrieben. Aber es war eine Aufzeichnung. Ich kann mich bei Matuschke gar nicht an Zeitansagen erinnern, aber der macht ja auch eine Show und keine Sendung. Poisel auf der Etage ... Dann hätten wir im Flur vielleicht tatsächlich Neonblockstreifentapete. Egal. Es ist alles egal. Gestern war jedenfalls mehr Leben auf dem Flur als sonst. Vier Leute gleichzeitig und die haben sogar miteinander geredet, dazu Frank hinter der Tür.
Hab ohne an Mcnep zu denken ein Foto auf meiner Facebook-Seite verlinkt. Als ich heimkam, hatte Mcnep das Foto schon mit einem Link zu "Hush...Hush, Sweet Charlotte" kommentiert, der mich verunsicherte, so dass ich das Foto wieder löschte.

Kurz vorher hatte ich mit Thomas Pfifferlinge gegessen, die ich im Mehlbad gereinigt, gespült, geputzt, mit Butter, Zwiebel und Knoblauch gebraten, gesalzen, mit Mehl bestäubt und mit Joghurt, Orangensaft und Estragon geköchelt und schließlich gepfeffert und mit Petersilie bestreut hatte. Die Pfifferlinge stammten aus dem Gemüseladen auf der Augsburger Straße.

Donnerstag, 23. August 2012

Hab Lust Nina zu Xing einzuladen.
Hab die ersten acht von hundert Minuten abgetippt und bin knülle. Der Videoplayer ist kompliziert. Jedes Zurückspulen ist aufwendig und kaum sekundengenau möglich. Außerdem lässt er sich schwer stoppen.
OK, Jump Hören ist nicht wie Nach-Hause-Kommen, dazu sind mir die Stimmen zu fremd und die Biografien dazu zu schwer auffindbar im Weltweiten. Vertraut wird mir etwas, sobald ich Erinnerungen begegne, es ein zweites Mal erlebe und denke. Immerhin hat der Wetterbericht mehr mit mir zu tun als bei Bayern 3. Ich brauche seltener aufs Thermometer zu schauen, um zu erkennen, warum ich grad schwitze oder friere. Fremd wird es mir wieder, wenn ich das scheinbar Vertraute als etwas Gleichzeitiges erlebe. Es verfremdet dann meinen momentanen Gedanken.
Weißeritz-Grünzug mit Fuß- und Radwegen sowie vielen Spielbereichen und Sportanlagen

Staudengarten am Königsufer
Die ersten Minuten Jump Radio.

Heute schon geblastet?


Es ist schon komisch Jan Garcia auf Jump zu hören, fast wie gegen Glas rennen. Da ist nichts und trotzdem Widerstand irgendwo ganz tief drinnen. Das sind nur Erinnerungen an etwas, was so nur in meinem Kopf passiert ist - 2004, als Garcia fast ständig im SWR3-Studio war. Seine ständig wechselnde Stimmfärbung war damals einprägsam. Inzwischen scheint er Familienvater zu sein und das Studio nur noch als Job zu verstehen. Eine Geräuschtapete, belanglos und distanziert.

Mittwoch, 22. August 2012

Hab Software zum Abspielen der MP4-Datei bei Chip heruntergeladen, kann sie aber nicht installieren :(

Team Viewer sei Dank! Sebastian hat den Mediaplayer istalliert.

Hab soeben beschlossen in Dresden zu bleiben und mich nicht in Hamburg zu bewerben. Meine Chance wäre sowieso minimal gewesen.

Gestern fragte mich Morgner, ob ich das Risiko eingehen will, die Rente aufzugeben. Ausgehend von den bisherigen Berichten für das Gutachten wäre es wahrscheinlich bescheuert.

Hab seit wenigen Minuten drei Stunden Gesprächsmitschnitte aufzuzeichnen. Das abzutippen wird Tage dauern.

Hab den Kopf voller Ideen, nachdem ich den Gartenpreis gehört habe. Bei Karin kann ich den Stundensatz nicht erhöhen. Das heißt, ich muss künftig die Zeit für Anja engmaschiger dokumentieren.

Hab einen Receiver für Kabel Deutschland bestellt.
Ausgerechnet wenn ich mit meinem Thinkpad aus dem Haus will, gibt es ein derartiges Gewitter. Vielleicht genügt es den Stick mitzubringen. Hab eine MP4-Datei zum Abtippen bekommen, die sich nach wenigen Minuten aufhängt.

Jetzt ist an der Alten Elbe ein Garten für mich frei. Ich werde Karin fragen, ob ich fünf statt vier Stunden täglich arbeiten kann, um ihn bezahlen zu können. Das sind im Monat 128 Euro mehr. Bin aufgeregt. Ein Garten statt Wiederzulassung, mit mir quatschende Nachbarn statt ungeduldiger Patienten.

Im Radio ist grad Loriot zu hören. Als ich ihn 2009 sprechen wollte, führte kein Weg an seinem Sekretär vorbei. Es wäre höchstens eine WieIchLoriotZuErreichenVersuchte-Reportage geworden.

Groke als Loriot-Double. Schrecklicher Gedanke, wenn der auch einen derartigen Hofstaat hätte. Ich stelle ihn mir total frei und selbstbestimmt vor, mit niemandem an seiner Seite, der verfügt, was ihm gut tut. Eben als jemand, der mitten in den Ort hinein joggt, in dem er Lust hat zu arbeiten.

Ferien im eigenen Garten. Mit netten Nachbarn. Hier. Ohne Internet. Nur mit Handy. Und mit Radio. Und Hängematte.

Dienstag, 21. August 2012

Montag, 20. August 2012

Interessen: Smoking

Ein Smoking ist schon wichtig.


Ob es Spaß macht im Schwarzwald zu joggen?

Die leere Kaffeetasse sehe ich auch jeden Morgen :) Ob ich ihn weiter beobachte?

Kruesken ist grad wieder im Studio. Davon hatte er gestern gar nichts erzählt. Inzwischen kam eine Mail vom Hörerservice mit besten Wünschen für eine entspannte Woche.

Beim Schach gegen IchLiebeMusik fühle ich mich grad eingesperrt von meinen eigenen Bauern. Ein eigenartiges Gefühl, wie überfressen.
Vorhin hab ich auf Ninas SMS "mir geht es gut. ich hoffe dir auch!" "Klar" geantwortet. Noch in derselben Sekunde sagte Matuschke: Klar. Worum es bei ihm grad ging, habe ich verpasst. Kurz vorher hatte ich Nina den Erzeuger-Code der wegzuwerfenden Eier durchgegeben.
Oh.
Jan hat geschrieben, dass er heute vormittag auf 1Live mit witzigen Suggestionen zu hören ist. Muss gleich los, aber er war noch nicht auf Sendung. Schade. Vielleicht verlinkt er einen Podcast.

Sonntag, 19. August 2012

Ich hätte fast bei Pabst, der ebenfalls in Lengerich wohnt, angerufen, um zu fragen, ob Brink dort bei der Feuerwehr arbeitet. Sein Procedere wirkt so verzweifelt, aber entschlossen. Aus der Anonymität herauszutreten ist zwar der erste Schritt, ein bisschen mehr Geduld wäre aber schon angebracht. OK, es ist nicht mein Leben. Da als Gouvernante aufzutreten ist also Quatsch. Bin immer noch bei der Nähe-Distanz-Regulationsstörung, die mir Martina diagnostiziert hat. Eigentlich kann man die fast jedem nachsagen.
Ein ruhiger Job.

Hier war eine Lücke von fast dreißig Minuten in der Blasterstatistik, in der mein vorhergehendes Blaster-Posting für mehrere Minuten verlorenging. Fast gleichzeitig brach der Livestream zu Bayern3 mit einer Unfallmeldung ab. Fakt ist, dass ich die Sendung als beklemmend statisch erlebte, was anhand der Playlist, solange sie denn noch online steht, wahrscheinlich noch nachzuvollziehen ist.

Allerdings fällt mir schon auf, dass "One Night in Bangkok" ungefähr zu der Zeit (16:43 Uhr) lief, als Tim mir auf Facebook bestätigte, dass er in Bangkok ist, also vor etwa einer Stunde. Jetzt ist es 18 Uhr. Ein Zufall eben, aber bemerkenswert. Was mir außerdem auffiel, ist, dass ich mich danach bei ARD nicht online einloggen konnte und dass bei der Passwortsuche auf meiner Festplatte idiotische Antworten kamen. Kurz vorher hatten mich drei Männer gleichzeitig bei Lablue angesprochen: besagter Iraner, zu dem ich inzwischen sämtliche Kontaktdaten gelöscht habe, ein Regensburger Elektroniker, der davon lebt, Schaltpläne zu zeichnen, und ein aus Stuttgart stammender und jetzt in Gera lebender Türke, über den ich geblastet hatte.

Was mich nachhaltig verunsichert, sind scheinbare Bezüge zu meinem Alltag, an die sich dann unmittelbar Unfallmeldungen anschließen. Das bringt mich dann so sehr durcheinander, dass ich bei nachfolgenden Vernetzungsproblemen sofort Kontakt aufzunehmen versuche. Im diesem Fall zum Bayern3-Studio, allerdings ohne Erfolg, was für meine These zum dort grad herrschenden Chaos stützt.

Der Iraner war 35 Jahre alt und trug auf dem Lablue-Foto eine fas gesichtsbedeckende Sonnenbrille. Seinen Namen habe ich vergessen.
Ist das ärgerlich, vor wenigen Minuten sprach mich ein Iraner an. Kurz danach konnte ich kein Bayern 3 mehr empfangen und der Blaster bekam eine Lücke in seiner Statistik. Bin drauf und dran, ihn aus meiner Skype-Kontaktliste zu löschen, auch wenn ich dann politisch nicht ganz korrekt reagiere. Er ist einfach komisch, um nicht zu sagen unheimlich.
Einer der wenigen Texte von mir, die ich auch noch beim dritten Lesen bepunktet hatte.
Jemand, bei dem ich schon vor dem ersten Kontakt NieWieder! denke.
Ich war gestern Abend, als die Luft im Schatten seidenweich war, im Solarium. Das ist im INJOYmed und hat eine Sprühdusche. Hab die Temperatur auf 18 Grad eingestellt und war trotzdem schweißgebadet.
Hab Vater angerufen und gefragt, ob er den Blog lesen mag. Er fragte, ob er dazu den Arbeitsplatz aufrufen muss. Hab geantwortet: Nein, das Internet. Er fragte, ob das Google sei. Hab ihn gebeten "Christine Salzer ein bißchen einsam" in das Suchfeld zu tippen. Dann las er den Kopftext wie zum ersten Mal. Ich werde den Text auf die Seite schieben. Nach dem Lesen sagte Vater, dass der Text zusammenhanglos sei. Auf meinen Einwurf, dass das Tagebuchnotizen, notierte Gedanken, seien, reagierte er enttäuscht. Wahrscheinlich sind Emails für ihn angenehmer als der Blog. Einsam :( Es ist, als ob ihn mir jemand wegzunehmen versucht. Er ist so weit weg. Vielleicht sollte ich ihn mehr danach fragen, was ihm grad durch den Kopf geht, als nur zu erzählen. Es ist sehr schwer zu ahnen, woran er grad denkt. Das tut mir weh. Ich wäre gern aufmerksamer. Ich rufe ihn täglich an, erfahre aber nur wenig. Er versteht mich immer weniger und ich ihn auch. Es ist wie ertrinken. Letzte Woche stand er auf dem Fußweg am Weißen Hirsch und hat sich vorgestellt, dass er grad stirbt. Alles raste an ihm vorbei. Er fühlte sich wie gelähmt. So muss sich sterben anfühlen. Da eindringen zu können wäre schön. Mutter ist gestern in ihren Wäschekorb gefallen und bekam Angst, weil ihre Gerinnung ganz niedrig ist. Am liebsten würde ich alles hinschmeißen und mit den Beiden in einem Centerpark Urlaub machen, wenn es nicht so warm wäre.
Mcnep unterscheidet zwischen verwandtschaftlichen, freundschaftlichen und erotischen Verhältnissen, ich eher zwischen Gesehenem, Gehörtem und Gefühltem.

Ich höre gerade die wahrscheinlich letzte Radiosendung von Steffi Haiber. Ich hatte eigentlich mit Evi Seibert gerechnet. Aber die ist wahrscheinlich grad mit ihrer Familie im Urlaub.

Ich kann mir nicht vorstellen, in den Urlaub zu fahren. Wer würde dann meine Pflanzen gießen? Denen würde ich wahrscheinlich zuerst fehlen, noch lange bevor irgendjemand anders überhaupt bemerkt, dass ich nicht mehr da bin. Und bevor im Fenster gegenüber sichtbar wird, dass sie welken, müssen schon Monate vergehen.

Aber es ist so schwer konstruktive Kontakte aufzubauen. So viel zu meiner Nähe-Distanz-Regulations-Schwäche nach zehn Jahren Kaspar-Hauser-Dasein a la Schrödingers Katze inzwischen mit einer gewaltigen Packung Tavor in den eigenen vier Wänden. OK, es war eher ein Online-Dasein bei WerWeissWas und im Blaster. Immer mitten in irgendwelchen Wortfolgen und Assoziationen, Erinnerungen und Analysen verblüffender Gleichzeitigkeiten. Ist etwas schon nah, nur weil es gleichzeitig ist? Wann ist ein Ereignis tatsächlich nah? Wann betrifft es genau mich? Tim und Nina fehlen mir beim Blättern in meinen Mails, in der Hoffnung ein Lebenszeichen von ihnen vorzufinden. Nina nabelt sich grad ab. Kann man als Mutter tatsächlich Kaspar-Hauser-Ähnliches erleben, nur weil man plötzlich nicht mehr momentaner Dreh- und Angelpunkt im Leben Dritter ist? Laborarzt zu sein wäre schon gut, wenn ich denn irgendwann so weit bin, dass ich CT-Anforderungen und Work-Ups entspannt bearbeite. Ein Ziel, das Anja lediglich mit einem eher gepfiffenen "Hui" quittiert.

Nächste Woche interviewe ich Gerold Held, falls er damit einverstanden ist, dass ich Anja vertrete. Er ist grad Vater geworden. Aber darum wird es in dem Gespräch nicht gehen. Ich muss es in zwei Formate pressen: Eine Passage für die Powermännerserie, in der es Anja um Macht und Erfolg geht, und in eine für eine Umfrage zum Luxustourismus in Dresden.

Am liebsten würde ich ihm sämtliche bisherigen Antworten mailen, damit er sich vorbereiten kann. Aber so wichtig wird ihm das Gespräch nicht sein. Ich überhöhe meinen Job schon wieder.

Gerhard Schwab sprach seinen Namen mit so einer rückhaltlosen Begeisterung aus, dass ich schon gespannt bin, ob sich irgendetwas seit unserem letzten Gespräch verändert hat, nach dem sich Dagmar mit ihren High Heels in den Postplatz-Schienen verhakt hat, stürzte und Ewigkeiten lang die herannahende Bahn anstarrte, als ob sich grad ihr Lebenskreis schließen sollte.

Sie hatte sich in dem Moment ihre Hand gebrochen. Kurz vorher hatte sie zugegeben, dass sie noch nie auf einem Motorrad gesessen hatte und Held nur etwas vorgeflunkert habe, als der von seiner BMW schwärmte, an der weniger zu basteln sei als an der Harley, die er vorher hatte. Dagmar sagte dann nur noch, dass das räumliche Sehen für sie nicht einfach sei. Und für mich war es schwer rechtzeitig einzugreifen, so langsam sie auch fiel. Ich war extrem weit weg in dem Moment. Dagmar war scheinbar gar nicht sauer darüber, dass ich schon wieder sekundenlang an Groke dachte, statt sie zu halten. Aber danach war sie wochenlang krank.

Nun der zweite Anlauf. Ich wäre schon froh gewesen, wenn Anja mit Gerold Held gesprochen hätte. Aber dazu hätte ich den Interviewtermin nicht nur mailen und in den Kalender schreiben dürfen. Ich hätte mich dazu direkt vor sie stellen müssen, ihr tief in die Augen schauen müssen und fragen sollen, ob ihr der Termin passt. Dumm gelaufen.

Räumliches Sehen und Nähe-Distanz-Regulation ... Wann ist es angemessen einzugreifen? Wann geht es tatsächlich um mich? Und wenn es tatsächlich um mich geht, geht es dann nicht eher um die Blumentöpfe, die zufällig ausgerechnet ich gekauft hatte?

Ein Job, in dem ich dem Hier und Jetzt weniger verpflichtet bin als im OP-Saal oder als Notarzt ist schon gut. Ein bisschen Trance allzeit und ein Diktiergerät, das an den Augenblick erinnert.

Ob letztens der Corio-Chef bei mir in der Spende angerufen hatte, um seinen Chip für den Nachtlauf zu bekommen, nachdem er sich per Mail registriert hatte, weiß ich immer noch nicht. Karin, der ich den Hörer gab, interessiert es herzlich wenig, da es auch nichts nütze. Schwierig ist das alles. Eine interessante Story, die der Spende nützt, muss für Karin wahrscheinlich schon wieder so straight sein, dass sie langweilig wird.

Samstag, 18. August 2012

Auf die Gefahr hin, dass Tim sauer reagiert, habe ich dem Schulseitenwebmaster gemailt, dass ich es bedauere, dass die aktuelle Schülervertretung im Gegensatz zum Förderverein nicht namentlich mit der jeweiligen Erreichbarkeiten auf der Schulseite auftaucht.

:)

Was ich mir für heute Abend wünsche? Einer würde mir genügen.

Hab grad gegen ersi00, Apostel und Pfifferling Schach gespielt. Ersi100 scheint gern online zu spielen. Gegen Apostel hatte ich ein Rückspiel vereinbart, aber das falsche Feld angeklickt, so dass er verschwand. Pfifferling ist 60 und lebt in Bremen.

Hab heute das erste Mal bewusst Lammkeule gegessen.

Freitag, 17. August 2012

Urlaub?

Staumelder

Hab grad das erste Mal ein Foto von Alec Baldwin gesehen, seine deutsche Stimme gehört und mir vorgenommen, mich nicht in sein Strahlen zu verlieben.
360
Am Altmarkt wird auch ein Arzt gesucht.
Kiel ist weit weg. Hab gestern einzelne Schritte für einen CT-Auftrag bearbeitet. Wahrscheinlich war Karin deshalb so genervt. Jemanden anzurufen und ihm zu sagen, dass es jetzt einen Patienten gibt, für den er vielleicht infrage kommt, fällt mir noch schwer. Zu fragen, ob er gesund und verfügbar ist und ob die Kontaktdaten noch aktuell sind, mag noch gehen, auch die Mitteilung, dass ich ihm einen Gesundheitsfragebogen zuschicke, um seine Eignung genauer abzuklären. Aber dann dazu überzugehen, ihn nach seinem Hausarzt oder seiner Blutbank zu fragen, und ihn zu bitten, mir Terminen zu sagen, zu denen er Zeit hat, nachdem ich geschaut habe, wann der Kurier spätestens los muss, um die Transplantationsprobe mit den Seren zu erreichen, ist für mein wirres Hirn schon eine grenzwertige Belastung. Dazu ...

Jetzt ruft Andrea an, dass ich am Montag in die Redaktion schauen soll, ob das Fax funktioniert. Am 6. September sei ein Käptn Dinner. Dazu kämen jetzt die Zusagen. Ich scheine die Einzige zu sein, die noch in Dresden ist. Sie checkt grad in den Flieger nach London ein.

Dazu kommt dann das Zurückrechnen des Termins: Auf dem Auftrag stehen die Wochentage des Transplantationszentrums, über dem Kopierer die Versanddauer mit Kurier, hinzu kommen die Zeiten zu denen der Spender kann, und die Öffnungszeiten der Praxis.

Ist dann der Termin mit Spender, Praxis, Kurier und Zentralregister abgesprochen, kann es passieren, dass der Spender es sich anders überlegt, weil er nochmal in seinen Kalender geschaut hat und Urlaub machen oder sich ein Tattoo stechen lassen will.

Das Aufregendste war eine Spenderin, die anrief, dass sie schwanger werden will. Eine bekannte Schwangerschaft ist ein Hinderungsgrund. Den Anruf hatte Christiane zu bearbeiten.

Sinnvoll wäre ein Evatest spätestens vierzehn Tage vor Stimulationsbeginn und dann Verhütung, damit klar ist, dass sie während der Stimulation nicht schwanger ist. Aber ob der Evatest erst zu Stimulationsbeginn für den Empfänger genügt? Wann beginnt die Induktions-Chemotherapie und die Ganzkörperbestrahlung bei dem? Das muss ich Karin noch fragen. Wann steht überhaupt der Spender entgültig fest? Ich mit meinen Geburtstagsbriefen lebe tatsächlich auf einer Insel. Mein Tag besteht bislang darin, aller fünf Jahre die Kontaktdaten sämtlicher Spender zu aktualisieren - per Geburtstagsbrief, Anruf und Melderegisteranfrage. In der Reihenfolge. Gestern war ein Spender dabei, der seit 2005 gesucht wird und deshalb gesperrt ist. Er scheint gerade in Spanien zu sein. Hab deshalb Nina gebeten, mir die Anfrage zu übersetzen und die Faxnummer rauszusuchen.

Nähe zur Region mit Anspruch verbinden ...

Solche Telefonate und Emails kommen dann auf mich zu.
Die Blinden und die Farbe.

Donnerstag, 16. August 2012

Bin immer noch wie vom Donner gerührt, wenn ich mir vorstelle, dass der Holländer, mit dem ich telefoniert habe, Gerard Groener gewesen sein könnte. Er hätte sich per Mail für den Nachtlauf registriert und wollte einen Chip. Nebenbei erwähnte er, dass er einen Laden hat. Hab bei der Stimmlage eher an die Neustadt als an die Centrumgalerie gedacht. Aber so, wie Karin drauf war, hätte ich mich nicht mal zur Typisierungsaktion aufzutauchen getraut, wenn Groke gekommen wäre. Gewitter ist nix dagegen. Heute hat sie sogar der Rettichgeruch von meinem Salat gestört.

Eigentlich wollte ich heute joggen, bin aber stundenlang an der Mailbox hängengeblieben, um die Eventfotoquellen für die Herbst-Disy zu erfragen. Das werden wieder 200 Fotos sein, schätze ich. Eine ziemlich nervtötende Aufgabe, die seit 2009 bei mir hängenbleibt. Aber das Produkt rechtfertigt den Aufwand.

Jetzt spricht grad Horst mit Matuschke. Horst ist blind.

Anja ein Interview mit Groener anbieten zu können, wäre schon toll, irgendsowas wie GrönerLäuftFürDresdenUndStocktDieSpendenFürDenKnochenmarkspendenvereinAuf.

Jetzt labert ein Sebastian aus Schweinfurt mit Matuschke, ein Online-Reiseanbieter, der sich auf Kroatien spezialisiert hat. Der neue Musik Maniac, nachdem Horst aufgesteckt hat. Sebastian hat eine sympathische Stimme, wie Dreadlocks klingt der. Ein bisschen vernuschelt, grad so als ob er gewohnt ist, dass der Andere fast in ihn reinkriecht, um ihn zu verstehen.

Tim war die letzten Tage online und hat sich jetzt auch wieder bei Facebook angemeldet.
Musik hört er epilepsiebedingt schon lange nicht mehr.

Runkeeper ist offline.

Hab mich nicht beim SWR beworben. Martina hat recht. Von Dresden weg zu gehen, wäre schade.

Mittwoch, 15. August 2012

Hab mir grad gelesen, was Reinhold tut:

Er steht in der Creperie, verrührt Mehl, Salz, Eier und Milch, fügt nach und nach Wasser und zerlassene Butter hinzu und lässt den Teig eine Weile im Kühlen quellen. Kommt dann jemand herein, gibt er den Teig mit einem Soßenlöffel in die heiße, ganz leicht gefettete Pfanne und verstreicht ihn mit dem Crêpe-Schieber kreisförmig. Dann bäckt er die Crêpe, bis die Oberfläche trocken ist und sich die Ränder von der Pfanne lösen, und wendet sie schließlich. Während es bäckt rüttelt er die Pfanne mehrfach.

Welche Zutaten er am liebsten zusammenstellt, was die ausgefallenste Rezeptur war, die er bislang ausprobiert hat, was an heißen Tagen besonders schmeckt und was an kühleren Tagen, habe ich ihn noch nicht gefragt.
45.800 Euro brutto würde ich als Arzt im Jahr verdienen, wenn ich voll arbeite. Das wären bei Teilzeit mit vier Stunden täglich 22.900 Euro brutto, also mehr als ich jetzt verdiene.

Seite 36 - 39
Jetzt weiß ich auch schon, mit wem ich das Café ausprobiere. Bald sind wir Kollegen :)

Klappt leider nicht. Sie kann am 23. August erst ab 19 Uhr kommen. Schillergarten.
Fetscherstraße am anderen Ende.

Dienstag, 14. August 2012

Bei Goerge ist dieses Wochenende Tag der offenen Tür, sendet SR1 grad. Seinen Flughafen der Sehnsucht kennenzulernen wäre vielleicht ganz witzig. Vielleicht wenn er in Rente ist.

Thomsen würde ich auch gern sehen.

Und Groke.

Bin müde.

Hab Tim im FB-Chat erreicht. Es geht ihm gut.

Wann ist ein Event ein Promi-Event? Hab meinen eigenen Nabel zum Maß der Dinge gemacht. Mal sehen, wie Anja reagiert.

München
Oktoberfest

Berlin
Jazzfest

Leipzig
Filmkunstmesse
Lachmesse
Tanz-WM
euro-scene
Sellerie
Zwei Leuchtblick-Inhaber.

Schwere Entscheidung am Morgen: zum Briefkasten gehen und die DNN holen oder bei YouTube reinhören? Vielleicht sollte ich den Wecker wieder auf 5.26 Uhr stellen, auf dass der Tag länger wird. Der Blausäurekanister in SWR3Land ist inzwischen explodiert, so dass die Fenster geschlossen bleiben sollen. Also YouTube. War das nun in Riedenwald? Zurückblättern. OK, aus der Blausäure ist also inzwischen Salpetersäure geworden. Mein Posting ist also schon lange genug her, um nicht panisch Links und Rechts gedanklich zu verknüpfen. Nix Synchronizitätspanik mehr.

Wahrscheinlich muss ich erst mal Spiegel und Focus lesen, bevor ich den Zwangspsychiatrie-Artikel zu schreiben beginne.

Gestern bin ich in der Todesursachenstatistik eine Zeile nach oben gerückt und habe 18.000 statt 6.000 Tote gelesen, denn ich hatte mehr Tavor-Tote erwartet. Es ist wie beim Bearbeiten der Anästhesiestatistik: Da tauchten in der Klinikabrechnung plötzlich auch keine Todesfälle auf, zehntausende Narkosen und kein Todesfall. Da ich vorher selbst in der Klinik gearbeitet hatte, war ich entsprechend misstrauisch, sah aber keinen Gegenüber, der mein Interesse, resp. meine Neugier auf den Weg der entsprechenden Protokolle teilte, zumal mein Arbeitgeber der etwaige Prozessgegner der Hinterbliebenen war. Hab schon wieder kalte Hände. Es waren ja nur Zahlenkolonnen, die ich eingeben musste. Ich war weit weg von allem. Grund genug dafür, dass mir das restliche Team misstrauisch entgegentrat. Ich war selten so weit draußen wie während dieser Abrechnungsphase, eben schwanger und daher nicht in der Lage, im Saal zu stehen. Ein Besserwisser. Das waren die Anfänge für mein aufkeimendes Interesse am Journalismus, jede Zahl ein Roman.

Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing ... Wer darf mich bezahlen? Puh, das Gutachten. Hab schon wieder Angst. Es ist schon bescheuert genug, dass ich in das Leukämie-Mobbing eingecheckt habe. "Man verändert das Messergebnis durch die Messung", sagt Stuckrad grad mit Heisenberg. Sehe ich gut aus? Zeit für ein Foto, Duschen und Groke anklicken. Vielleicht schreibt er ja gerade jetzt irgendwo im Internet, dass er mich sehen will. Ein Foto. Zeit. Shivering. Misstrauen. Gibt es eine Schnittstelle von Schweigepflicht und Stalking? Ich sehne mich so sehr nach einer inneren Mitte. Zu schreiben tut mir gut. Möglichst tief in mich selbst einzutauchen. Gibt es eine Schweigepflicht für eigene Träume? "Frau Salzer hat Probleme mit der Nähe-Distanz-Relation besonders in ihrem privaten Umfeld", steht in einem der Berichte für das Gutachten. Brauchen Sie nicht grad zufällig einen noch nicht wiederzugelassenen Arzt? Bloggen ... Inventur. Oder doch lieber Schweigen?
Ich hatte Vater schon mehrfach von Sebastian erzählt dessen Artikel über Zigaretten er gelesen
hatte. Heute habe ich ihm ein Gespräch gemailt, das ich letzte Nacht mit Sebastian geführt hatte.



Sebastian Flad: sind diese gutachten wirklich so endgültig?

Christine Salzer: sie sind orientierung

Sebastian Flad: ok. das heißt, es könnte auch noch andere gutachten geben, die anders ausfallen und dir vielleicht den weg zur wiederzulassung ebnen?

Christine Salzer: es sind die menschen, mit denen ich am engsten zusammen bin, die da die berichte schreiben

Sebastian Flad: wie? uh. das hört sich ja ... irgendwie schwierig an. fast wie denunziation

Christine Salzer: es ist liebe. das sind die menschen, mit denen ich lebe

Sebastian Flad: konntest du dir aussuchen, wer von ihnen berichte schreibt?

Christine Salzer: sie machen sich sorgen um mich. ich habe sie ausgesucht. vater zum beispiel hat deinen zigaretten-artikel mit meinem blog verglichen. bei meinem blog sah er nicht durch, deinen artikel hat er sofort kapiert. du konzentrierst dich stärker auf den leser

Sebastian Flad: das ist aber kein geeigneter vergleich. du schreibst deinen blog, um deine gedanken zu sortieren. ich habe den zigarettentext aus reinem interesse an der sache und deswegen geschrieben, weil ich etwas darstellen wollte, nämlich die widersinnigkeit des zigarettenkonsums. ich finde deinen blog in sich schlüssig. für das was er ist, tagebuch, reflexionsort, ist er auch nachvollziehbar. es ist ja dein privater blog, den du für dich schreibst. nicht, um etwas darzustellen

Sebastian Flad: schlaf gut, christine


Montag, 13. August 2012

Einen Tag, nachdem ich beim SWR über Zyankali geschrieben habe, meldet der Sender einen Unfall mit Blausäure.

Die Zeiten, in der ich mich durch die Synchronizität von Unfallmeldungen schocken ließ, sind zum Glück vorbei. Ein Risperdal-Benefit. Das Denken ist dadurch strukturierter. Allerdings bin ich weniger belastbar. Außerdem verkürzt es die Lebenszeit.

Richard hatte mich zu einerDemo eingeladen.

Ich weiß noch, wie ich zu meinem sechsten Geburtstag eine Leistenbruch-OP bekam. Bei der Narkoseeinleitung fragte mich die Schwester: "Magst du lieber Schokolade oder Marzipan?" Darauf ich: "Schokolade." "Ich habe aber nur Marzipan." Was den Geruch auslöste, weiß ich bis heute nicht. Ich nahm an, es war Chloroform. Aber das riecht süßlich, schreibt Wikipedia, marzipanähnlich eher Blausäure.

Gerüche zu beschreiben, fällt mir schwer. Oft erinnere ich mich kaum.
Muss gleich an Nachbar Tim Lenihan denken, wenn ich das lese.
Mein nächster Treff wird auf dem Schillerplatz sein. Da ist zwar kein Platz für ein Schachbrett, aber ich kann quatschen ohne X. beim Kellnern zu stören.
Hier eine Kopie aus dem SWR-Forum, falls der Beitrag dort gelöscht wird. Er stammt von 21:00 Uhr:

Direkte Zahlen zu Tavor-Toten hatte das Statistische Bundesamt heute keine.

Bei 5.844 Personen wurden 2010 psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen als unmittelbare Todesursache angegeben. (Darunter würden auch Tavor-Tote fallen, falls sich der, der den Totenschein ausstellt, dazu durchringt, das so auf dem Totenschein zu vermerken. Stattgehabte Verordnungen erscheinen nicht zwingend auf dem Totenschein. So ist es auch nicht zwingend, dass ein Tod nach Tavor-Gabe als unnatürliche Todesursache dokumentiert wird und dadurch erfassbar wäre.)

Bislang liegen dem Statistischen Bundesamt nur Daten zur Gesamtmortalität für die einzelnen psychiatrischen ICD-Positionen vor. Ein Zusammenhang der Sterbefälle mit stationärer Unterbringung und der Vergabe von speziellen Medikamenten wie Tavor kann mit den dem Bundesamt zur Verfügung stehenden Daten zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht hergestellt werden.

Quelle: Statistisches Bundesaamt, DESTATIS, Todesursachenstatistik



Spz kurz schrieb:
-------------------------------------------------------
> Dr. M. Riemer, RA aus Brühl, hat eine Arbeit
> über den Hochstapler Postel ins Netz gestellt.
> Postel hatte sich Anstellungen als Psychiater und
> sogar als Amtsarzt ( man muss sich das mal
> vorstellen ) erschlichen, obwohl er nicht die
> geringste Ausbildung vorweisen konnte.

Postel hatte entscheidend dazu beigetragen einen Gegenkongress während des Weltkongresses zur Zwangspsychiatrie in Dresden 2007 zu initiieren und ist als Quereinsteiger inzwischen Schirmherr der Irrenoffensive.

[www.iaapa.de]
Ich war bei Martina. Endlich sind die Berichte für das Gutachten vollständig. Jetzt brauche ich sie nur noch kopieren und einen Termin bei Morgner besorgen. Sie sind ziemlich beknackt, so dass damit zwar die Rente weitergezahlt, aber keine Wiederzulassung zu erlangen sein wird. Einmal stigmatisiert, immer stigmatisiert. Der ganze Kampf war sinnlos. Pech.
Dem Statistischen Bundesamt liegen Daten zur Gesamtmortalität für die angegebenen ICD-Positionen vor. Ein Zusammenhang mit stationärer Unterbringung und Sterbefällen sowie auch die Vergabe von speziellen Medikamenten, wie z. B. Tavor kann mit den dem Amt zur Verfügung stehenden Daten nicht hergestellt werden.

Immerhin eine Frage war es wert.

Sonntag, 12. August 2012

Der selbstzerstörerischste Mensch, der mir in den letzten Jahren begegnet ist. Ursprünglich hatte ich ihn nur angesprochen, um bei werweisswas wieder im Forum schreiben zu können. Dann hat er mir geholfen im Wissenschaftsministerium zu arbeiten und noch vorher mit seinen an sich scheußlichen Steinen und Räucherwerk einen schönen Moment erzeugt. 5:26 Uhr war das. Kurz darauf musste er auf Arbeit. Ich war entspannt wie lange nicht. Schuld daran war auch die Zeitansage. Wenig später wanderte die Mutter seines Kindes mit seinem Kind nach Island aus. Wenn ich etwas absolut nicht glaube, dann, dass er mich versteht, noch weniger, dass ich ihn jemals verstanden habe. Am wenigsten in dem Moment, in dem er beschloss Ritalin zu nehmen. Ich versuchte immer den zu sehen, der ihm gesagt haben könnte, dass das eine gute Idee sei. Fakt ist, es ist sein Weg. Da muss er nicht für mich gut sein. In einer schwarzen Minute habe ich mir mal vorgestellt, er macht das alles nur, um mich zu schockieren. Und da war es schon gut, diese Geräuschtapete im Raum zu wissen, etwas Gleichzeitiges, das wenn schon nicht vertraut, so doch auch nicht völlig fremd ist. Etwas Kontinuierliches. Als er dann Wochen später über zunehmende Impotenz klagte, habe ich nur geschwiegen, statt nach dem Ritalin-Benefit zu fragen. Es ist sein Leben. Es ist die idiotischste Idee, die es gibt, bei sich selbst ADHS zu vermuten und dann auch noch Ritalin zu schlucken. Selbstzerstörerisch ist das. In jedem Fall fremd. Und freudlos. Wie seine Steine. Radio ist schon gut. Dabei hat er so ein Leuchten in den Augen, das all die Trostlosigkeit gar nicht vermuten lässt. Irgendwann hat er mit ebendiesem Leuchtblick einen Steineladen in der Neustadt eröffnet. Ich war nie dort.
Wenn ich Melissa höre, bin ich jedes Mal aufs Neue verzweifelt. Zuzuhören ohne eingreifen zu können, fällt mir schwer.

"Zuverlässig und kompetent", sagt Jan Garcia grad. Allmählich lässt die Verzweiflung nach.

Tim schreibt, Burma ist schön. Am liebsten würde ich es Nina sagen. Aber sie hat die Mail ja auch bekommen. Rosel, Werner, Gertrud und Sepp habe ich sie vorgelesen. Ich sehne mich so nach Nina Lachen und Tims Strahlen, jetzt nach der Tonaufzeichnung umso mehr.

Der größte Trost ist Tims "Bis Gleich!"

Puh, ich weine schon wieder. Es ist ein Albtraum, aus dem es kein Aufwachen gibt. Wann kann ich Nina endlich wieder wie früher sprechen? Rosel sagt: "Da mussten wir alle durch. Loszulassen ist schwer." Nina fehlt mir so. Ich bin verzweifelt. Auch wenn ich ab und an ihre Stimme höre. Warum braucht sie so viel Distanz? Was ist da, was sie sonst so sehr stört? Ich fühle mich wie ein Versager. Vielleicht schenkt sie mir ja ein Foto, damit ich sie anschauen kann. Verdammt, war ich grausam zu Rosel, als ich mich plötzlich von ihr zurückgezogen habe, nur weil ihr Sohn sich in meine Freundin verliebt hatte. Es ist wie Sterben.
Hab grad drei Bewertungspunkte gekriegt. Stundenlang schinde ich mich beim BPE-Facebook-Auftritt, im SWR-Forum, beim Statistischen Bundesamt, Xing und im Blog ohne Feedback. Aber kaum pupse ich in den Blaster, kommt eine Reaktion. Sogar Sebastian meldet sich. UND: TIM MAILT!!!!!!!!!!!!! Und das vier Stunden, nachdem ich ihn um ein Lebenszeichen gebeten habe!!! Er liebt mich! Burma ist wunderbar, ich liebe das Land, in dem Tim so schnell zu erreichen ist.

Ich will auch auf die Vanity Fair Titelseite, wenn ich dann so schön aussehe.
Bahrs Einlassungen zum lebensverkürzenden Tavor-Einsatz sind beunruhigend.

Tavor-Gabe und aktive Sterbehilfe voneinander abzugrenzen, ist im Einzelfall wahrscheinlich schwer. Was wäre es schlimmstenfalls? Totschlag oder doch schon Mord?

"Gibt es Zahlen zur stationären im Verhältnis zur Gesamtmortalität von Betroffenen mit den folgenden Störungen nach ICD-10?", habe ich das Statistische Bundesamt gefragt.

F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
F20-F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
F30-F39 Affektive Störungen
F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
F70-F79 Intelligenzminderung
F80-F89 Entwicklungsstörungen
F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Die ICD-Nummer steht dann ja auch auf dem Totenschein. Traumhaft wäre es, dabei den zeitlichen Zusammenhang mit der Gabe von Tavor und anderen Wirkstoffen rekapitulieren zu können. Eine Dokumentationspflicht für Verordnungen und ihren Zeitpunkt müsste ja vorliegen.

Ein psychiatrieerfahrener in der Pharma-Industrie arbeitender Chemiker erklärte mir 2008, wie psychopharmakologische Wirkstoffe tierexperimentell getestet werden: Die Atemdepression ist beabsichtigt, denn der Wegfall der Sniffing-Reaktion bei der Laborratte ist Maß für ihre Wirksamkeit. Die Grenze zwischen normalem und stereotypem Schnüffeln ist aber schwer skalierbar.

Dass Zyankali, ein seinerzeit breit eingesetztes Rattengift, auch in Auschwitz in dann höherer Dosierung eingesetzt wurde, ist vielleicht noch bekannt. Zyankali greift auch in die Atmung ein und zwar in die innere Atmungskette. Ein schnelles und damit lautloses inneres Ersticken war das damalige Ziel der Anwender.

Pulsoxymetrie ist auch heute in der Psychiatrie unüblich, lediglich in einer Uniklinik Stroke Unit ist sie mir dieses Jahr kurzzeitig aufgefallen. Dabei konnte ich aber auch nicht sehen, wie das Signal weitergeleitet oder ausgewertet wurde. Denn was nutzt einem Somnolenten ein Monitor?

Schade, dass es zwischen dem rezeptfreien Neurexan und dem harten Geschoss Tavor so wenige Wirkungsabstufungen gibt.

Biochemiker scheinen Wirkstoffe willkürlich systematisieren. Die Einen nennen sie Insektizide, die Anderen Psychopharmaka. Schaust du auf die Strukturformeln, staunst du über Parallelen. Letztendlich ist der Einsatzort namensgebend. Dass in der Generationsfolge des Psychiatriebetroffenen dann als Nebenwirkung Effekte auftreten, die beim Insektizid ursprünglich beabsichtigt waren, ist für den Betroffenen, um nicht zu sagen Erfahrenen, mehr als ärgerlich.

Aber das Problem ist alt. Das erste Mal, dass ich persönlich über Parallelen zwischen Mensch und Insekt nachdachte, war bei der Einführung des Genmais made by Monsanto in Europa. Damals brach die Generationsfolge bei einem Schmetterling, dem Admiral, durch Genmais vollständig ab. Will sagen, es kam nicht wie unter dem breit eingeführten Carbamazepin zu Missbildungen sondern zum vollständigen Fruchttod.

Aber darüber nachzudenken, was das Verspeisen von Genmais für den Menschen von heute bedeutet und was sich damit für die Psychiatrieerfahrenen von morgen ergibt, ob vielleicht in den Pharmaindustrielaboren der Zukunft der Abbruch der Generationsfolge psychopharmakologisch programmiert wird, mag ich nicht vorhersagen. Fakt ist, dass Körperverletzung in der Psychiatrie schwerer nachweisbar ist als in anderen Fachgebieten.

Puh, hab kalte Füße: Hab dem Statistischen Bundesamt die Anfrage geschickt ohne vorher eine Kopie zu machen. Das wird sowieso nix.

Ein Schuss in den Ofen wie die Anfrage an Hoppe nach Gremien zur beruflichen Rehabilitation. Aber die hatte sowieso keinen Sinn, zumal er nur "Schreiben Sie der DGPPN", geantwortet hat und kurz danach gestorben ist. Jetzt habe ich ein Stück Altpapier mit seiner Unterschrift. Ich kann das berühren, was ein Inzwischen-Toter angefasst hat.

Es ist alles so ausweglos. Bevor ich mich an jemanden herangetastet habe, ist er nicht mehr erreichbar. Aber vielleicht ist das bei einem Bundesamt anders als bei einer Kammer. Hauptsache, es kostet nichts. Es soll ja nur ein Artikel werden und keine Doktorarbeit.
Mich zu erinnern, nutzt wenig, um weniger Angst um Tim zu haben. Liebe ist das wahrscheinlich nicht. Es ist so destruktiv. Meine größte Hoffnung: Das Visum in den Iran könnte von Bangkok aus schwerer zu beantragen sein, weil man die Gespräche nicht vollständig in Englisch oder Thailändisch führen kann. Es bleibt dabei: Der nächste sichere Termin ist der 3. September, der erste Schultag, für den ich ihn allerdings schon mal entschuldigen sollte.

Samstag, 11. August 2012

Hab heute den ersten Tag ein Probe-Abo der DNN, daher auch die Bemerkung zu Rany. Er ist heute auf der DNN-Titelseite. Interessant war auch die Seite mit dem Fernsehprogramm.

Auf Pro7 läuft die "The Big Bang Theory". Hab geschlagene vier Minuten reingezappt und dann RTL mit "Familien im Brennpunkt" bis zum bitteren Ende gesehen. Die Story war trostlos. Gespielt wurde sie von Laienschauspielern. Sie endete vor Gericht.

Gestern fragte Vater mich, was Anja von mir hat. Statt ihm zu sagen, die redaktionelle und die Buchhaltungsarbeit, fühlte ich mich nur verletzt und bat ihn die Frage Anja selbst zu stellen. Ich war zu verblüfft, als er wissen wollte, wofür sie mich bezahlt. Gestellt hatte er mir die Frage, nachdem er meinen Blog und das Posting von Sebastian zum Zigarettenkonsum gelesen hatte. Bin reif für eine Runde Fernschach mit Vater.


Gegen Mutter habe ich noch nie Schach gespielt, Boccia auch noch nicht. Was, wenn die Metallkugeln die Garagenauffahrt hinunterrollen und gegen das Tor prallen?

Ich lade grad ein Interview zum Abtippen runter und will nachher joggen. So gegen Abend. Und ins Solarium. Mal sehen, was ich schaffe.

Wow, Ambu! Hab lange nicht mehr gebeutelt.

Vater hat vom Fernschach Kopfschmerzen ohne Bildschirm, nur mit Telefon Kopfschmerzen gekriegt.

Ausverkauft :(

Das Joggen verschiebe ich auf Morgen. Solarium auch. Das Interview hat der Pressemensch nur zum Teil aufgezeichnet. Vier Minuten von zwei Stunden.

Wochenende. Heimkino zum Grauburgunder. Fernsehen ist doch ganz nett. Auch der Wein.

Radio.

Das Foto ist aus der Zeit, in der ich 90 x 140 cm große Disy-Bilder in der Centrumgalerie verkauft habe. Erstaunlich viele haben da zugegriffen. Dabei bin ich alles Andere als locker und entgegenkommend. Die Bilder waren eben frisch. Grad Jugendliche, die nach Köln oder Bayern gezogen sind, um dort zu arbeiten, haben mehrfach zugegriffen. In dem Raum scheint jetzt ein O2-Geschäft zu sein. Inzwischen habe ich eine Porträteinstellung an meinem Handy entdeckt, mit der die Haut nicht so aschfahl ausschaut. Aber 2010 war ich auch noch nicht im Solarium. 20 Minuten Lichtflut sind das jedesmal mit dem Ergebnis, dass ich gesünder ausschaue und mich lebensfroher fühle.
Puh. Aufzuwachen und Kauli zu hören war heute eins. Hab mich an ihn gewöhnt, auch wenn mir Groke nach wie vor schon beim Aufwachen fehlt. Aber heute hatte ich wenigstens die Tasse daheim. Die stand die letzten Monate in der Knochenmarkspende.



Vor allem spielt Kauli jetzt "Your body is a wunderland".

To be is to do,
to do is to be,
dobedobedobedo.

Irgendwann schalte ich auch wieder den Fernseher an, spätestens wenn ich den Receiver gekauft habe. Aber da warte ich erst mal den Gerichtsentscheid zu Kabel Deutschland ab und die Nachricht, ob Groke beim SWR Fernsehen arbeitet. Bis dahin ist das Gerät ein Fremdkörper.

Heute ist das richtige Jogging-Wetter. Erst mal zur Post, die zweite 3-in-1-Allwetterjacke zurückbringen. Die 42 steht mir im Moment besser als die 40. Alles wird gut. In Ruhe.

... und action!
Rany bringt sein zweites Album raus. Nina sagt nicht, ob sie wieder das Cover macht.



Heute Abend kellnert Nina wieder in der Vorstadt. Ich wäre gerne dort.

Heute Mittag kam mir auf dem Heimweg vom Striesen-Center ein Jogger in orangem Shirt mit Stirnlampe entgegen und lachte mir zu. Ein schöner Weg.

Marinas nächstes MustHave.

Karl-Heinz
war wieder mal online.
Genau an der U-Bahn-Station sind Gottfried und Mcnep eingestiegen, weil sie meinten, ein New York-Besuch ohne U-Bahnfahrt sei nichts wert. Sie mussten dann sehr sehr lange in einer Schlange am Fahrkartenautomaten warten (die echten New Yorker haben natürlich Dauerkarten oder kaufen die an Büdchen, das waren alles Touristen, die dazu mit der Bedienung des Automaten nicht vertraut sind) und plötzlich, als sie fast an der Reihe sind, reißt ein Bahnbediensteter die Gitter auf, schreit "Emergency, Emergency, just go right in, please, emergency!" und so waren sie dann ohne zu bezahlen in der Bahn. Was war los? Am Tag zuvor hatte es diesen Amok in Denver gegeben, wo jemand zwölf Kinobesucher erschossen hatte. Direkt bei der U-Bahnstation liegt auch ein großes Kino, und sie hatten Angst, Menschenaufläufe in engen Räumen könnten Nachahmungstäter anstiften. Mcnep hat dann prompt die falsche Bahn genommen und sie waren meilenweit von ihrem beabsichtigten Ziel weg. Mussten sie also von da mit dem Taxi zurückfahren, aber das ist für zwei Personen in New York billiger als die U-Bahn in Düsseldorf.

Ihn hat er da nicht gesehen. Der wäre Mcnep aufgefallen, obwohl gerade der Times Square eine furchtbar überfüllte Ecke der Welt ist. "Immer wieder New York, aber nie mehr ein Hotel am Times Square", sagt Mcnep.

Wonach Mcnep sich besonders zurücksehnt, wollte ich wissen.

Am neugierigsten wäre ich dort auf Ari Seth Cohen und auf die Pfützen unter der Brücke wasweißichwoinderstadt, die Tobias Hohenacker mal in den 90ern für den Kalender einer Autoreifenfirma fotografiert hat. Um Roy John dort zu besuchen, ist es leider zu spät. Der hatte in der 1st Ave. EEGs mit bildgebenden Verfahren zu einem semiquantitativen Gebilde verknüpft, das Parallelen zwischen Alzheimer- und Narkose-Hirnen nahelegte. Dem hätte ich zu Lebzeiten gern irgendwann im April über die Schulter geschaut, wenn es zumindest morgens auf der Freiheitsstatue noch nicht so heiß ist. Nina war ja schon mal im Mai zu einer Konferenz im UNO-Hauptgebäude.

Vancouver hat Mcnep fast noch besser gefallen als New York. Wahrscheinlich aber nur, weil er da noch frischer, noch nicht am Ende der Reise war. Obwohl, nein, NY ist unüberbietbar. Am meisten hat er die Vielfalt der Gesichter geliebt. Und all das, was sie nicht gesehen haben, hält seine Sehnsucht am Köcheln. Und in dieser Stadt ist man bestimmt nie an ein Ende gelangt.

Tobias meinte nur, es sei ein teures Pflaster, deshalb habe ich bislang gezögert.

Mcnep sagt: "Es geht eigentlich, was das Geld betrifft. Hotels, Wohnungen gar, das kann vermutlich sehr teuer werden. Und 'richtige' Restaurants verschlingen auch schnell viel Geld, auch der Eintritt in Attraktionen wie das MOMA etc. Aber wenn man vielleicht sogar über Couchsurfing.org eine preiswerte Unterkunft findet und sich einfach in der Stadt treiben lässt, hier und da ein Hot Dog oder etwas Chinaessen auf der Straße (die sogenannten 'Carts', mobile Essenswagen, sind oft sehr schmackhaft), vielleicht Freunde, die einen auf günstige Ecken aufmerksam machen... Und natürlich muss man dem Drang zum Shoppen widerstehen können (was ich gut kann), andererseits sind manche Dinge dort sogar billiger als hierzulande, ein paar Nike Air-Turnschuhe habe ich dort zum halben Preis gekriegt, als ich hier bezahlt hätte. Trotzdem habe ich wieder gemerkt, wenn mich ein Ort so fasziniert wie New York (zuvor eigentlich nur Istanbul), erscheint mir Einkaufen, selbst Essen, als Zeitverschwendung."

Am liebsten erobere ich mir eine Stadt, indem ich dort arbeite. Bevor ich bei Klett WBS und "Welt der Wunder" arbeitete, fand ich auch München steril. Mal schaun.

Wahrscheinlich höre ich erst mal New Yorker Radiosender. New York Village scheint es leider nicht mehr zu geben. Das hatte ich bis zum 11.9.01 regelmäßig gehört. Den richtigen Sender zu finden braucht Zeit :) Techno ist es jedenfalls nicht. Ich brauche eine Geräuschtapete, um Wurzeln zu schlagen.
Roteichen und Platanen wachsen an der Fetscherstraße.

Freitag, 10. August 2012

Heute hielt ein Baufahrzeug vor der Knochenmarkspende. An sich nicht verwunderlich, zumal wir eine Baustelle vor dem Haus haben. Aber das Fahrzeug hatte einen Kranaufsatz. Ich musste sofort wieder an die Katakomben denken, die möglicherweise unter der Straße sind und die unter dem Kran einstürzen könnten, wobei mich der Kran womöglich noch erschlägt oder zumindest das Haus zerstört. "Mross" stand auf dem Kran. Also rief ich Mross an. Der Disponent dort ging ans Telefon und räumte sofort ein, dass er keine Ahnung hat, wie der Untergrund auf der Baustelle beschaffen ist und dass der Bauleiter dafür zuständig sei, während er selbst den Kran lediglich vermiete. Auf meine Frage, wer den Bau leite, sagte er, das sei die Stadt. Also rief ich im Rathaus an. Knoche (488 1780), der für die Baustelle zuständig ist, kommt am Montag wieder. Ich rief wieder bei Mross an und hatte diesmal mehr Glück. Diesmal war der dran, der für das operative Geschäft zuständig ist. Der sagte, ich soll direkt auf die Baustelle gehen und die Bauarbeiter nach den Katakomben fragen. OK, nach dem Hinweis traute ich mich dort auftauchen, ohne mich gleich als Querulant zu fühlen.



Bereits an der Kreuzung neben der Knochenmarkspende bekam ich tatsächlich schon eine brauchbare Information: Die Arbeiten erfolgten im Auftrag der DREWAG. Bei den Erdarbeiten sei tatsächlich in Höhe des Tatzberges ein Klinker-Tunnel zutage gekommen. Er führte Heizungsrohre, wurde eingerissen und verfüllt. Die Position des Tunnels versuchte ich von der Fiedlerstraße aus im Bild festzuhalten. An der Stelle befinde sich der andere Kran, hatte mir der Bauarbeiter wenige Minuten zuvor gesagt und war mit übergeschulterten Rohren gen Tatzberg losgezogen. Ihn auf dem Baustellengelände zu begleiten habe ich mir als Privatperson nicht getraut. Auf dem Foto ist in der Ferne das Krahn-Orange zumindest zu ahnen.


Als ich von meinen für meine Verhältnisse äußerst mutigen Vorort-Erkundungen reinkam, rief ich wieder bei Mross an und sagte dem Disponenten, dass ihr Kran neben dem Tunnel steht. Das beeindruckte ihn wenig. Das müsse der Bauleiter abschätzen, war seine Antwort, worauf ich ihm ein angenehmes Wochenende wünschte und auflegte.


Mein nächste Anruf war dementsprechend vorn in Höhe des anderen Krans bei Micha Alvers, der sein Unternehmen am Tatzberg hat und künftig durch die 50.000 Autos schlechter in die Uniklinik kommt. Aber der Gedanke, durch einen Heizungstunnel die Straße zu queren, durch den vorzeiten wahrscheinlich Leichen zum benachbarten Friedhof gekarrt wurden, erschien ihm nicht sehr verlockend. "Ich muss nicht in die Uniklinik", sagte er. Etwas enttäuscht schob ich nach, dass am Brückenkopf in der Straßenmitte Bäume gepflanzt werden und ob er es gut fände, wenn in Tatzberg-Höhe eine Allee angelegt würde, um den Geräuschpegel zu senken. Das sei ihm auch egal, solange es nicht mal einen Radweg gebe. Im Innenhof des Biotechnologiezentrums, in den seine Fenster münden, würden eher die Hubschrauber beim Starten und Landen stören. Ob er etwas für mich tun könne, fragte er dann. Ja, natürlich: Ich will den Bauzaun gegenüber rund um den Wald weghaben. Aber auch das ist ihm egal. Bäume hat er daheim genug. Immerhin will er offensichtlich mit Rad auf Arbeit fahren, obwohl der Wachwitzer Berg steil ist. Einen Kommentar dazu habe ich mir verkniffen.

Mein Plan für die nächsten Tage: Ich will Liegestütze machen. Dann schmeißt es mich vielleicht irgendwann nicht mehr am ganzen Körper, wenn ich zittere. Im Moment schlottere ich noch schnell. Vielleicht kann ich dann auch wieder ein Lenkrad sicher halten ohne zu schlingern, wenn ich unter Stress stehe, weil es eng wird.
Und ich dachte, der Silbersee ist der Stausee in der Dresdner Heide.

Bin immer noch durch den Wind und reif für die Dusche. Alles bringt mich so schnell aus der Ruhe, auch Ninas Anruf, in dem sie mir knapp mitteilt, dass ich damit leben muss, nicht zu wissen, wie es ihr geht, und dass ich annehmen soll, dass es ihr dann gut gehe. Sie fehlt mir so. Ich sei ihr in Indien zu nah gewesen. Deshalb habe sie dort schlecht Fuß fassen können. Die Anrufe seien stundenlang gewesen. Mir erschienen sie viel zu kurz. Liebe ist schon kompliziert. Mich lässt sie anderen schnell lästig werden. Duschen, Zähne putzen und dann gibt es Mango, Brombeeren und Jogurth. Das Sambal Oelek lasse ich heute früh vorsichtshalber weg. An Joggen habe ich zumindest gedacht. Am Wochenende.

Dann tippe ich auch Anjas Interview ab. Das geht allerdings am besten, wenn es wie ein YouTube-Video formatiert ist, so dass ich stoppen und Sekunden zurückspulen kann.

Ich bin so froh, dass der Po-Text schon fertig ist.

Bleiben die Promi-Events, zu denen ich noch gar keine Idee habe, und die Dresdner Partys. Google findet da auch nix. Muss ich in die Vorschau des letzten Heftes schauen, irgendwo im Zeitschriftenregal, am besten nebenan im Konsum.
Anja will einen Artikel zum Po. Er scheint schon fertig zu sein. Marwan Nuwayhid hat mir angeboten, dass ich für ihn schreiben darf. Bin aufgeregt. Total aufgeregt. Dazu will er sogar nach Dresden kommen. Schade, dass der Groke so weit weg ist. Sein Lachen während der Arbeit hören zu können, wäre schon toll. Aber eine Arbeit ohne Auto ist mir wichtiger. Ich finden nicht mal mehr die SWR3Stellenanzeige. Wer weiß, wofür das gut ist. Es ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass ich die Stelle überhaupt nicht antreten will und mich gegen eine Ortsveränderung mit so vagem Ausgang sträube. Ich weiß noch wie heute, wie ich dort in einer Schmerzklinik stand und mir der Chef sagte: "Sozialhilfe können Sie auch daheim beantragen." Es ist Wahnsinn, hier weg zu wollen. Hier habe ich wenigstens ein Netzwerk. Aber vielleicht interessieren sich Tim oder Franz für ein Praktikum in der Pampa.
Raum, hab erst an Flucht gedacht.

Beharrlichkeit im Verkauf, grusel. Und das, wo ich mich so schnell als störend erlebe. Außerdem bedeutet das Autobahn. Da habe ich schon Schiss, wenn ich daheim auf der Couch Verkehrsmeldungen höre, erst recht, wenn ich das "Lenkspiel" in meinen Ellbogen erlebe, sobald ich aufgeregt bin. Dagegen fährt jeder Trabi spurgenau. Gibt es eigentlich einen zentralen Tremor oder ist das dann schon Epilepsie? Nein, Außendienst geht genausowenig wie Typisierungsaktionen außerhalb von Dresden. Nix Autobahn. Nicht mal als Beifahrer, da sterbe ich tausend Tode. Ich bin auch noch nie Achterbahn gefahren. Eher steige ich in ein Flugzeug, wenn man von meiner Permanent-Panik im Terminal absieht. Ich bräuchte einen Navigator, der mir immer sämtliche Freiheitsgrade signalisiert, um nicht ständig am Klo vor dem Gate hängenzubleiben, aus Sorge, im Flieger Schlange stehen zu müssen. Nein, Außendienst ist nix für mich. Puh, als Land- oder Notarzt müsste ich auch Auto fahren. Aber das ist sowieso noch lange hin. Erst mal das nächste Gutachten abwarten.

Catrin hat sich gemeldet. Am liebsten hätte ich sie gefragt, ob sie in den letzten Jahren wieder mal ihr Haus verlassen hat. Ihr Verleger behauptete, sie würde nie rausgehen. Dabei scheint sie zumindest zum Friseur zu gehen, wenn ich ihre Fotos sehe.

Das Lenkspiel ist schon beunruhigend, grad auf der Überholspur. Vielleicht lag es auch an meinem AX Diesel. Vielleicht mache ich mit Andreas ein paar Fahrstunden, versprochen hatte ich es Karin. Aber als ich ihr angeboten hatte, beim Nachtlauf mitzumachen, hat sie abgelehnt. So dringend scheint es also nicht zu sein. Wenn man es genau nimmt, ist auch Straßenbahnfahren nichts für mich. Die vier Loperamid vom Dienstag machen mir heute noch zu schaffen, nur für zwanzig Minuten Straßenbahn. Es ist alles so kompliziert. Am sichersten fühle ich mich auf der Couch und selbst da habe ich im vierten Stock manchmal Höhenangst. Eigentlich bin ich ganz froh, dass Nina und Tim noch keine Fahrerlaubnis haben. 50.000 Autos fahren demnächst zwischen Knochenmarkspende und besagtem Flurstück. Die Zeit rast. Vielleicht kann man als Landarzt auch ohne Hausbesuche arbeiten. Telemedizin oder so. Allerdings fühle ich mich schon schwerstkrank, sobald ich medizinjournalistisch arbeite, bleiern schwer bei Auslassungen zum Eisenmangel und von Kopfschmerzen gepeinigt beim Schreiben über Migräne. Es ist alles so ausweglos. Arzt zu sein ist nix für mich, Außendienst auch nicht. Urlaub, Reisejournalismus im Zehn-Kilometer-Umkreis vielleicht. Das geht sogar mit Rad. Und mit Abstand am angenehmsten sind Telefoninterviews von der heimischen Couch aus. Überschaubar und knapp, wenn man von dem Telefonat mit Nina Hagen absieht, bei dem mir erst nach 50 Minuten auffiel, dass ich das alles abtippen muss, zumal es um mein Lieblingsthema ging: Wie erreiche ich UW Groke. Ninas Lösung war allerdings denkbar blöd: Ich soll beten, im Gebet sei alles möglich. Letzte Woche hat sie sich gemeldet, zwar nur mit einem Like, aber immerhin. Wenn es nur von mir abhängen würde und finanziell alles machbar wäre, würde ich wieder am Waldrand in der Jugendstilvilla wohnen, in der ich zwanzig Jahre verbracht habe, in der zweiten Reihe zum öffentlichen Weg, fern von jedem zufälligen Klingeln an der Tür, mit einem Riesengarten und ewiger Sonne. Eigentlich war das eine glückliche Zeit. Für Nina und Tim war das zu einsam. Aber die Beiden sehe ich auch so kaum. Nein, der Lärm auf meinem jetzigen Hinterhof ist schon gut, auch das Hallo im Konsum. Vielleicht setze ich mich irgendwann mit Sebastian, meinem Nachbarn, zu einem Glas Tee zusammen und ratsche über einen Partner für den Schrebergarten. Ein bisschen Wildnis täte mir gut. Es müssen ja nicht gleich Birken sein.

Donnerstag, 9. August 2012

Hab 178 Gramm Sülze bei Rainer Richter gekauft. Die war schon portioniert, wie für mich gemacht. Je mehr ich kaufe, umso mehr esse ich. Je mehr ich esse, umso unzufriedener werde ich. Je unzufriedener ich werde, umso mehr esse ich. Sülze macht süchtig. Ich habe sogar die Telefonnummer auf der Rechnung. Immerhin machen sie ab 14. August Urlaub. Ich brauche also gar nicht bewusst dran vorbeizugehen, denn es ist sowieso zu. Sülze ist schon was Tolles. Daneben sind die beiden Vietnamesen, bei denen ich mein Obst und Gemüse kaufe, wenn ich aus der Bahn steige. "Man könnte auch sagen Zucchini", sagt Matuschke grad. Komisch. Ich hatte dort heute Zucchini gekauft. Zucchini, Melone, Mango und Brombeeren. Morgen früh feiere ich das beginnende Wochenende. Vielleicht sogar mit Sambal Oelek.
Hochsommer. Allmählich lässt die Hitze nach.



Hab Christiane von Ben erzählt. Karin ulkte gleich: "Ist das niemand für Sie?" Morgen tausche ich auf Arbeit die Groke- gegen die Ben-Tasse aus. Vielleicht mag Christiane Ben wirklich, wenn sie sein Foto und die SMS sieht. Und ich habe die Groke-Tasse dann wieder daheim und konzentriere mich auf Arbeit besser.
Die 3-in-1-Allwetterjacke ist in zwei Größen zu mir unterwegs.

Mittwoch, 8. August 2012

Such a sweet September!
Yuhuu, Nina geht es gut. Hab sie heute gesprochen.
Da wollte ich 1988 hin. Deshalb hatte ich mich damals beworben, landete aber im OP. Dumm gelaufen. Holger Thomsen war damals anästhesiologischer Oberarzt auf der Wachstation und betreute meine Diplomarbeit, Diettrich der von chirurgischer Seite.
Sebastian scheint es nach Norden zu ziehen.
Selbstversuch: Ich mute meinem gepeinigten Leib Roggenbrot vom Blasewitzer Wochenmarkt und Mcneps Meersalzbutter zu. Artischocken, Oliven und Peperoni wären jetzt nett. Hab aber nur noch eine Handynummer (01778058064) auf der Rechnung und keinen Link, um zu sehen, ob "Oliven & Delikatessen Käsespezialitäten I. Muster" morgen wieder auf dem Wochenmarkt sein wird. "07-08-2012 14:28 Gerät 01" steht auf der Quittung.
Aber davon wird der Durchfall nicht sein. Das ist zu lange her.

166g Artischocken a 1,83 Euro
176g Oliven mit Mandeln a 2,46 Euro
56g Peperoni a 0,62 Euro

waren das. Hab gekauft ohne nachzudenken.
Nur an der Kreuzung, als die Fußgängerin neben mir fast von einer Radfahrerin mit Anhänger niedergemäht wurde, war ich kurz wach.
Inzwischen ist der Sagrotan-Dunst verflogen und das Geld wieder trocken. Noch liegt es auf dem Holztisch, den uns Christian 1986 geschenkt hatte und der inzwischen eine Blessur bekommen hatte, weil ich nur mit Aludecke auf dem Furnier gebügelt hatte. Seitdem wellt es sich an der Stelle. Den Tisch zu Jochen Flade zu schleppen, habe ich mir bislang verkniffen. Als ich mir nebenan neue Griffe für meine Töpfe leistete, hatte ich noch in Hosterwitz gewohnt. Dass die Petition abgelehnt wurde, hatte ich ja schon geschrieben.
Hab mich so auf Ivos ersten Geburtstag gefreut: Ivo im Sandkasten und wir daneben beim Boccia und beim Federballspiel im Herrmann-Seidel-Park, dazu Walther-Orangensaft.

Und dann kam alles anders: Karin erzählt von Schneider + Partner, ich erinnere mich an Angelika Perret, stelle mir vor, ich begegne ihr zur Typisierungsaktion und bekomme einen derartigen Durchfall, dass ich mich kaum in die Straßenbahn traue, um heimzufahren. Vielleicht waren der Gemüsesalat oder die Mango heute früh auch nicht ok oder das Mineralwasser, das schon den dritten Tag außerhalb des Kühlschranks offenstand. Das Kaugummi-Sorbit kann es es nicht gewesen sein. Sonst habe ich um die Tageszeit bestimmt schon fünf Kaugummis mehr verbraucht. Auffällig war jedenfalls, dass mir die Händlerin heute beim Zahlen nicht ins Gesicht schaute. Ich werde das Wechselgeld desinfizieren, auch wenn das neurotisch ist. Vier Tabletten Loperamid in anderthalb Stunden sind jedenfalls einsamer Rekord.

Danach war ich immerhin so entspannt, dass ich sogar zu Meggie gehen konnte, um nach meiner Tasche zu fragen, obwohl sie mich nicht angerufen hatte. Die Tasche war auch tatsächlich da, allerdings halbfertig. Der Schuster hatte das Futter für die Reißverschlusstasche vergessen und verlangte jetzt plötzlich 60 statt der zwischen seinem Chef und mir vor Wochen telefonisch vereinbarten 30 Euro für die vollständige Leistung. Meggie selbst und der Schuster-Chef waren im Urlaub, so dass das 60-Euro-Telefonat zwischen Meggies Mitarbeiterin und dem Schusterangestellten ablief. Ich habe die 30 Euro bezahlt und die Tasche zurückgegeben. Am Montag ist Meggie wieder da. Ich bin gespannt. 60 Euro für eine 20 Jahre alte Tasche ist vielleicht doch etwas zu teuer. 40 Euro Maximum hatte ich mit Meggie abgesprochen, bevor mich der Schuster anrief. 25 Prozent über dem Kostenvoranschlag zu verlangen, wäre noch legitim, aber 60 Euro sind sittenwidrig. Das ist ja 100 Prozent drüber. Außerdem ist eine der Nähte schlampig ausgeführt.

Bevor ich den Reißverschluss öffnete, war ich glücklich. Ich hatte mich schon im Schuhhaus nebenan nach Tapiröl fragen sehen, um die Ledertasche einzureiben.

2004 stand ich im gleichen Haus schon mal auf dem Dachbalkon überm Goldschmied und habe überlegt, ob ich einziehe.

Dann hätte ich vielleicht sogar am 23. Juni nachts um Drei gesehen, wer den Mr. Bien angezündet hat. Oder ich hätte fest geschlafen und wäre erst durch die Feuerwehr munter geworden. Hab den Geschäftsführer gefragt, ob er das Haus mit viel Glas, Spiegeln und Licht wieder aufbaut.

Aber der hat jetzt erst mal in der Centrumgalerie mit dem Umbau zu tun. Außerdem seien die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Inzwischen arbeitet hier scheinbar eine Abrissfirma.

In der Trompeterstraße sei ein Chinese ausgezogen, sagt Karin. In dem leeren Laden neben dem Treppenaufgang zum Centrumgalerie-Management findet während der Einschreibung zum Nachtlauf die nächste Typisierung statt. Das müsste also zwischen "Olymp & Hades" und "KFS" sein. Ein Drittel der Geschäfte stehen leer.

Sepp Melkus mit Mikro neben Alexander Natusch. Das war zu meinem Geburtstag. Kurz danach habe ich Sepp interviewt, musste allerdings gleich heim Möhrenkuchen backen und hatte die Zutaten dafür noch nicht gekauft. Auf einem der Fotos ist sogar noch der Disy-Shop zu ahnen, in dem das Interview dann stattfand.